

Die Wahrheit wird gefühlt – Open Call THE ART TO BE. eV
Ausstellungs- und Diskursreihe die das Zusammenspiel von Intuition und Rationalität erforscht
Berlin 2026 – Athen – Montenegro – Paris
Kuratorin / Veranstalterin: Nelja Stump – THE ART TO BE. eV
Künstlerinnen: Open Call
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Die Wahrheit wird gefühlt ist eine dreiteilige Ausstellungs- und Diskursreihe, die das Verhältnis von Intuition und rationalem Denken als künstlerische, philosophische und gesellschaftliche Frage untersucht. Ausgehend von der griechischen Mythologie und den philosophischen Positionen von Baruch Spinoza, Novalis und Theodor W. Adorno lädt die Reihe internationale Künstlerinnen und Künstler ein, Antworten auf die Frage nach innerer Wahrheit zu entwickeln.
In Anlehnung an Joseph Beuys' Konzept der Sozialen Plastik versteht sich die Reihe als gesellschaftlicher Denkraum – ein Ort, an dem rationales Wissen und intuitives Erkennen miteinander in Dialog treten. Jeder Teil verbindet Ausstellung, Diskurs-Talk, Performance und Abendprogramm zu einem lebendigen, interdisziplinären Format. Die Reihe ist nomadisch angelegt: Sie beginnt in Berlin und reist weiter nach Athen, Montenegro und Paris.
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15 Open Call Künstler:innen je Ausstellung Diskurs-Talk mit Nelja Stump und 3 Gastredner/innen Tee-Performance mit Maria Zastrow Abendprogramm mit DJ Maria Zastrow und Miss Drift
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Einsendeschluss: 1.August 2026 Bewerbungsgebühr: 29,– Euro (Unkostenbeitrag) Einzureichende Unterlagen: Kurzbeschreibung der Arbeit (max. 300 Wörter) – Künstler:innen-Statement (max. 200 Wörter) – Bis zu 5 Bilder oder Videos der eingereichten Arbeit(en) – Lebenslauf und Kontaktdaten
Präsenz in einer einzigartigen Ausstellungsreihe mit philosophischem Tiefgang – Netzwerk: Austausch mit internationalen Künstler:innen und Kurator:innen – Begleitprogramm: Performances, Diskurs-Talks, Teezeremonie und Abendprogramm
Nomadisches Format: Die Reihe reist nach Athen, Montenegro und Paris
Kontakt: info@thearttobe.org · Brunnenstraße 170, 10119 Berlin
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Teil 1 – Orpheus und Eurydike: Vertrauen und Angst
Eröffnung: 19h · 19.08.2026 Laufzeit: 19.08. – 23.08.2026 Ort: THE ART TO BE. eV Projektraum, Brunnenstraße 170, 10119 Berlin
Ausstellung: Open Call · 15 Künstler:innen Diskurs-Talk: tba · 3 Gastredner:innen Abendprogramm: Musik von Maria Zastrow und DJ Miss Drift
Die erste Ausstellung greift die mythische Geschichte von Orpheus und Eurydike auf – als Reflexion über Vertrauen, Zweifel und die menschliche Angst vor dem Unbekannten. Orpheus' Blick zurück steht symbolisch für den menschlichen Drang nach Kontrolle und Misstrauen gegenüber dem Unsichtbaren.
Die Eröffnung beginnt mit einer traditionellen chinesischen Teezeremonie von Maria Zastrow – als Praxis der Verbindung, die Raum schafft für Aufmerksamkeit und inneren Dialog.
„Tee dämpft den Übermut und beruhigt den Geist; er regt die Gedanken an und verhindert die Schläfrigkeit, erfrischt den Körper und macht die Sinne klar."
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Teil 2 – Spinozas Substanz & Novalis' Wiederverzauberung der Welt
Ort: tbd · Künstler:innen: Open Call Der zweite Teil verbindet Spinozas radikalen Anti-Dualismus mit der romantischen Vision von Novalis. Wahre Freiheit besteht darin, Mensch und Natur als Einheit zu sehen – und die Welt in ihrem ursprünglichen Glanz wahrzunehmen.
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Teil 3 – Adorno: Dialektik der Aufklärung
Ort: tba Künstleriinnen Open Call Die dritte Ausstellung nimmt Adornos kritische Analyse der Moderne als Ausgangspunkt. Im Zentrum steht die Frage, wie rationales Denken die Verbindung zu Intuition und innerer Freiheit beeinflusst hat – und wie Kunst diese Trennung überwinden kann.
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Kuratorin Statement – Die Wahrheit wird gefühlt
Was ist es, das uns Menschen so schwer fällt zu erklären? Manche nennen es Bauchgefühl, andere hören auf ihr Herz und ihre Intuition. Diese unsichtbare Kraft beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden. Seit Newton begannen wir, uns davon getrennt zu sehen – unser Denken wurde materialistisch und dualistisch, und das Vertrauen in das Unsichtbare ging verloren. Heute glauben wir, was wir sehen, hören oder lesen. Nicht mehr, was wir fühlen.
Warum jetzt? In einer Zeit des digitalen Überflusses und gesellschaftlicher Umwälzungen ist die Verbindung zur Intuition wichtiger denn je. Wir greifen Joseph Beuys' Konzept der Sozialen Plastik auf – Kunst als gesellschaftlichen Denkraum und kollektive Form des Handelns, als Gleichgewicht zwischen rationalem und intuitivem Denken. Die Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und Visionären fördert einen interdisziplinären Dialog, der die Grenzen zwischen verschiedenen Kunstformen aufhebt, um neue Realitäten durch künstlerische Visionen zu erschließen. Die Ausstellung stellt Fragen nach der Rolle der Gefühle und dem Streben nach einer tieferen Wahrheit jenseits der physischen Realität – denn Gefühle haben die Kraft, Welten zu erschaffen.
In Anlehnung an die philosophischen Ideen von Sokrates, Spinoza bis T.W. Adorno hinterfragt die Ausstellung, wie sich unsere Beziehung zu unseren Gefühlen entwickelt hat. Adorno kritisierte in seiner Dialektik der Aufklärung (1947) die Massenkultur als Ursache für Passivität und Konformismus, was dazu führe, dass Menschen ihren Gefühlen misstrauen und sich durch äußere Einflüsse manipulieren lassen. Er zeigt, wie die Vernunft im modernen Zeitalter oft zur Unterdrückung des Natürlichen und Intuitiven führt – und wie der Versuch, die Natur vollständig zu kontrollieren, uns von ihr entfremdet. Die Geschichte von Orpheus und Eurydike wirkt wie ein Echo dieser Tragödie: Orpheus, der durch seine Musik die Natur verzaubert, verliert durch seinen Blick zurück Eurydike – ein Symbol für den menschlichen Drang nach Kontrolle und Misstrauen.
Spinoza lehrte, dass Mensch und Natur nicht getrennt, sondern Ausdruck desselben göttlichen Wesens sind, das er „Substanz" nennt. Gefühle sind für ihn keine Schwäche, sondern eine Form des Denkens – tief, wertvoll, wahr. Wahre Freiheit bedeutet nicht Kontrolle, sondern Einklang.
Ähnlich wie Spinoza beschäftigt sich Novalis mit der Verbindung zwischen Innen und Außen. Für ihn bedeutet das Romantisieren der Welt, sie in ihrem ursprünglichen Glanz wahrzunehmen. Er fordert die Menschen dazu auf, ihre innere Schönheit und Sinnhaftigkeit neu zu entdecken, um eine harmonische, friedvolle Welt zu erschaffen.
Orpheus' Musik war stark genug, um die Natur selbst zu bewegen, doch seine Ungeduld und Angst führten zu Eurydikes endgültigem Verschwinden. Seine Geschichte erinnert uns daran, Vertrauen zu fassen – in eine Welt, in der Vernunft und Gefühl miteinander versöhnt sind und Kunst als Brücke zur inneren Wahrheit dient. Ratio und Gefühl, das Männliche und das Weibliche zu vereinen, um eine neue, friedliche und harmonische Welt zu erschaffen.
„Wahres Glück heißt, im Einklang mit der kosmischen Ordnung zu leben – so wie Orpheus es für einen Moment durch seine Musik tat."
